scharri schreibt, er käme sich vor wie ein kindergärtner, dem 24/7 achtzehn kinder am hemdsärmel zupfen und ständig irgendwas wollen. oje!
dagegen scheine ich meine kinder irgendwie an die nanny abgegeben zu haben. und zum ersten mal in diesem jahr stellt sich ruhe ein, nicht nur im terminplaner, sondern im ganzen befinden.
sieht man von der rückenzerrung, die seit 3 wochen nicht besser werden will, einmal ab.
deshalb auch ein paar slams abgesagt.
und das wochenende dann wunderbar chillig auf der couch und dem balkon mit zeitschrift, buch und katze, kochen und waschen verbracht.
sonntag abend kurz nach leipzig zum slam, beseelt mich, weil so tolle gesellschaft, nachts aber schon wieder zu hause im eigenen bett schlafen können... gemütlich.
bin irgendwie total glücklich. darüber.
zwischendurch gespräche unter slammern:
„wow, ein ganz normales wochenende...“
andächtiges schweigen.
...habe ich schon erwähnt, dass wir uns wirklich auf die sommerpause freuen?
Montag, 6. Juli 2009
„früher ging es nicht um’s gewinnen – und heute gewinnt nur comedy,“
sagt josef.
dem muss ich widersprechen. er wiederholt es, damit ich den witz raffe. schmunzle und muss trotzdem widersprechen.
wir sitzen auf dem hinterhof der raststätte in aachen, ich habe einen koffein-flash von der fritz-cola in meinem whiskey und denis bittet mich, mich endlich auch mal hinzusetzen, während sein hund kasper von meinem auf und ab ganz angetan ist.
highlander slam.
gestern schon der highlander in essen, sehr spaßig, in vorrunde und halbfinale eigentlich nur gemacht, wonach mir grad der sinn stand, im finale dann weder kraft noch lust zu kämpfen, dafür mit frank einfach spaß gehabt – gegen ihn den 2. platz zu holen ist mir schließlich immer ein vergnügen.
nehme die highlander-sache auch gar nicht so ernst, was sein soll, wird sein. insofern auch kein stress, weil ich a) über's ranking starten kann, und b) gar nicht weiß, ob national so wirklich mein ding ist...
claas kocht an diesem abend wieder wunderbar, diesmal die besten burger, die ich seit grillsessions in philly gegessen habe, jessi ist eine wunderbare unterhaltung und der eine junge herr da, mit dem man so gut über filme reden kann (damn, slam schlägt wirklich auf’s namensgedächtnis).
es folgt eine nacht mit selten schönen halbschlafträumen, die mich tatsächlich zweifeln lassen, wo die grenzen zwischen traum und wirklichkeit aufhören, so schön, wirklich zu schön, dass es mich in „die kleine kirche mit den schönen fenstern“ („peh, das ist der dom“, lacht claas) treibt und ich eine halbe stunde dort andacht halte irgendwo zwischen lächeln und weinen.
ein grund, warum ich mit dem zug, nicht mit lampe nach aachen fahre; muss erst mal allein sein. und mit bea telefonieren, die meine träume teilt.
aachen dann. sonnig, windig, perfekter sommer. vor der rasttätte nette gespräche, dahinter dann die allgemeine aufregung. mir ist schon da klar, dass der localheld gewinnt, setze also wieder auf lust und laune und der slam läuft super: viertelfinale punktbeste, halbfinale dann im k.o.-system gegen josef weiter, der froh ist, wie er meint, dass sich in dieser runde doch „inhalt“ gegen „klamauk“ durchgesetzt hat und damit seiner aussage vorher widersprochen ist.
im finale fasse ich tollen applaus gegen den local-matador robert targan ab, der einfach toller ist und also gewinnt, wie ich's ja schon prophezeite. all good.
einzig komisch an diesem abend sind danach die commtens vom publikum, nämlich als bei der frage, wer zum national fahren wird, die enttäuschung der aachener, dass der gewinner schon für köln nach düsseldorf fährt, auf mich als zweitplatzierte überschwappt mit einem daumen runter und ein paar strangen kommentaren. da bin ich nach den super reaktionen aus dem wettbewerb vorher ein bisschen perplex.
und plötzlich ist vergessen, dass ich als einzige frau im highlander gegen konkurrenten wie klötgen, seyfarth, maruan ins finale einzog und selbst da der saal noch jubelte.
plötzlich ist alles doof. und für meinen geschmack viel zu ernst. weil eine frau den daumen senkt.
what da... sie ist kein cäsar und ich kein gladiator!
trotzdem ist das auslöser genug, dass ich erst am nächsten morgen, nach debatten bei gin tonic und whiskey cola mit lampe, frank, denis und josef über das für und wider (es ist immer ihr für und mein wider), den startplatz annehme.
schließlich hätte der eigentliche gewinner ja auch köln absagen und den aachenern ihren wahren helden geben können. hat er aber nicht. und schließlich hätte ich reagieren und den platz gleich an den sympathie-träger des abends, josef, abgeben können. hab ich aber auch nicht.
und damit ist das thema gegessen, no more drama.
fahre zurück nach berlin und gehe bis zum frühen morgen feiern, wie in alten zeiten:
nicht slam, dafür besten drum n bass und gute freundschaften.
drop it down!
dem muss ich widersprechen. er wiederholt es, damit ich den witz raffe. schmunzle und muss trotzdem widersprechen.
wir sitzen auf dem hinterhof der raststätte in aachen, ich habe einen koffein-flash von der fritz-cola in meinem whiskey und denis bittet mich, mich endlich auch mal hinzusetzen, während sein hund kasper von meinem auf und ab ganz angetan ist.
highlander slam.
gestern schon der highlander in essen, sehr spaßig, in vorrunde und halbfinale eigentlich nur gemacht, wonach mir grad der sinn stand, im finale dann weder kraft noch lust zu kämpfen, dafür mit frank einfach spaß gehabt – gegen ihn den 2. platz zu holen ist mir schließlich immer ein vergnügen.
nehme die highlander-sache auch gar nicht so ernst, was sein soll, wird sein. insofern auch kein stress, weil ich a) über's ranking starten kann, und b) gar nicht weiß, ob national so wirklich mein ding ist...
claas kocht an diesem abend wieder wunderbar, diesmal die besten burger, die ich seit grillsessions in philly gegessen habe, jessi ist eine wunderbare unterhaltung und der eine junge herr da, mit dem man so gut über filme reden kann (damn, slam schlägt wirklich auf’s namensgedächtnis).
es folgt eine nacht mit selten schönen halbschlafträumen, die mich tatsächlich zweifeln lassen, wo die grenzen zwischen traum und wirklichkeit aufhören, so schön, wirklich zu schön, dass es mich in „die kleine kirche mit den schönen fenstern“ („peh, das ist der dom“, lacht claas) treibt und ich eine halbe stunde dort andacht halte irgendwo zwischen lächeln und weinen.
ein grund, warum ich mit dem zug, nicht mit lampe nach aachen fahre; muss erst mal allein sein. und mit bea telefonieren, die meine träume teilt.
aachen dann. sonnig, windig, perfekter sommer. vor der rasttätte nette gespräche, dahinter dann die allgemeine aufregung. mir ist schon da klar, dass der localheld gewinnt, setze also wieder auf lust und laune und der slam läuft super: viertelfinale punktbeste, halbfinale dann im k.o.-system gegen josef weiter, der froh ist, wie er meint, dass sich in dieser runde doch „inhalt“ gegen „klamauk“ durchgesetzt hat und damit seiner aussage vorher widersprochen ist.
im finale fasse ich tollen applaus gegen den local-matador robert targan ab, der einfach toller ist und also gewinnt, wie ich's ja schon prophezeite. all good.
einzig komisch an diesem abend sind danach die commtens vom publikum, nämlich als bei der frage, wer zum national fahren wird, die enttäuschung der aachener, dass der gewinner schon für köln nach düsseldorf fährt, auf mich als zweitplatzierte überschwappt mit einem daumen runter und ein paar strangen kommentaren. da bin ich nach den super reaktionen aus dem wettbewerb vorher ein bisschen perplex.
und plötzlich ist vergessen, dass ich als einzige frau im highlander gegen konkurrenten wie klötgen, seyfarth, maruan ins finale einzog und selbst da der saal noch jubelte.
plötzlich ist alles doof. und für meinen geschmack viel zu ernst. weil eine frau den daumen senkt.
what da... sie ist kein cäsar und ich kein gladiator!
trotzdem ist das auslöser genug, dass ich erst am nächsten morgen, nach debatten bei gin tonic und whiskey cola mit lampe, frank, denis und josef über das für und wider (es ist immer ihr für und mein wider), den startplatz annehme.
schließlich hätte der eigentliche gewinner ja auch köln absagen und den aachenern ihren wahren helden geben können. hat er aber nicht. und schließlich hätte ich reagieren und den platz gleich an den sympathie-träger des abends, josef, abgeben können. hab ich aber auch nicht.
und damit ist das thema gegessen, no more drama.
fahre zurück nach berlin und gehe bis zum frühen morgen feiern, wie in alten zeiten:
nicht slam, dafür besten drum n bass und gute freundschaften.
drop it down!
Donnerstag, 11. Juni 2009
slammin weekend!
(4.-7.6.2009)
selten so ein großartiges slam-wochenende gehabt! ein sieg, zwei doppelsiege, alle cds verkauft, die ich dabei hatte, und preisgeld sogar noch obendrauf bekommen. die slams in essen, aachen und frankfurt machten gute laune. und das drumherum auch... impressionen:
eine lustige runde nach einem großartigen slam in der heldenbar. dazu gab es umwerfend leckeres essen aus claas' wok...

sonnenbad zum frühstück to go...

himmel über essen...

himmel über essen 5 minuten später...

auf nach aachen! peh mag altstadt...

himmel über aachen: handbemalte decke von 1880! darunter verschläft man doch gern mal... auch wenn es einen den friseurtermin kostet.

backstage ffm ganz entspannt...

except for telhaim on the run! um den gedanken auf den fersen zu bleiben für sein fulminantes wortgefecht...

danach ging es zur lang angekündigten 70er-party. miss foxxy peh brown...

partyqueens: meine lieblings-ex-chefin und ihre schwester hosten die party...

noch eine lieblings-ex-chefin, die beiden sind schon verdammt cool, aber die freundschaft bleibt ja zum glück...

doing the robot...

stilecht bis in die hacken...

ungefähr so verschwommen sah die welt dann gegen sechs uhr aus. hauke aka frauke, bevor wir uns mit seinen äußerst spaßigen gesellen im dorf ffm auf die erfolglose suche nach essen machten...

nach zu wenig schlaf folgt eine müde zugfahrt mit film: "mar adentro" - vorsicht! nicht in der öffentlichkeit gucken! tränenalarm!
und dann endlich wieder: back home...
selten so ein großartiges slam-wochenende gehabt! ein sieg, zwei doppelsiege, alle cds verkauft, die ich dabei hatte, und preisgeld sogar noch obendrauf bekommen. die slams in essen, aachen und frankfurt machten gute laune. und das drumherum auch... impressionen:
eine lustige runde nach einem großartigen slam in der heldenbar. dazu gab es umwerfend leckeres essen aus claas' wok...
sonnenbad zum frühstück to go...
himmel über essen...
himmel über essen 5 minuten später...
auf nach aachen! peh mag altstadt...
himmel über aachen: handbemalte decke von 1880! darunter verschläft man doch gern mal... auch wenn es einen den friseurtermin kostet.
backstage ffm ganz entspannt...
except for telhaim on the run! um den gedanken auf den fersen zu bleiben für sein fulminantes wortgefecht...
danach ging es zur lang angekündigten 70er-party. miss foxxy peh brown...
partyqueens: meine lieblings-ex-chefin und ihre schwester hosten die party...
noch eine lieblings-ex-chefin, die beiden sind schon verdammt cool, aber die freundschaft bleibt ja zum glück...
doing the robot...
stilecht bis in die hacken...
ungefähr so verschwommen sah die welt dann gegen sechs uhr aus. hauke aka frauke, bevor wir uns mit seinen äußerst spaßigen gesellen im dorf ffm auf die erfolglose suche nach essen machten...
nach zu wenig schlaf folgt eine müde zugfahrt mit film: "mar adentro" - vorsicht! nicht in der öffentlichkeit gucken! tränenalarm!
und dann endlich wieder: back home...
Mittwoch, 10. Juni 2009
danke! matthias!
für dieses gedicht zur slamminpoetry.de-verlosung...
Prosper
Pearl of a poetess, may your verses persevere -
may your prodigious words always pierce
the hearts of us mere plebian peasants in the prox of your prowess
and your poems persistently and profusely provide us precious hours.
Prosper
Pearl of a poetess, may your verses persevere -
may your prodigious words always pierce
the hearts of us mere plebian peasants in the prox of your prowess
and your poems persistently and profusely provide us precious hours.
Sonntag, 7. Juni 2009
schlaflos in essen
(5.6.2009, 6 a.m.)
manchmal kann ich nicht schlafen.
wenn gedanken rotieren, laut wie kreissägen, und zweifel und ängste an mir nagen, zerfetzt zu werden zwischen einer vergangenheit, die nicht loslassen kann, und einer zukunft, die noch nicht beginnen will.
manchmal dann steh ich hier, auf der mitte der brücke zwischen kopf und herz geschlagen, will bungee jumpen, aber finde kein seil stark genug, die schwere zu tragen, also stehe ich und bleibe stehn, denn man sagt, auf der mitte einer brücke können wunder geschehn.
manchmal dann will ich auf die knie fallen und beten, aber ich weiß nicht zu welchem gott ich beten soll.
das ist wie wahltags, wenn du nicht weißt, wem du das kreuz geben sollst...
wer könnte es mit würde tragen?
und wenn du den gang zur urne dann gehst, hast du immer das gefühl, dass du die demokratie irgendwie doch zu grabe trägst.
und manchmal da ist jeder schritt in jede richtung so schwer, weil alles, was dich umtreibt, die frage ist:
was, wenn du am ende dieses tunnels ankommst ---
und da gibt es kein licht?
manchmal kann ich einfach nicht schlafen.
dann will ich alles stehen und liegen lassen, keine mails checken, das telefon ausmachen, mich, wenn es an der tür klingelt, totstellen, keinen termindruck, keine verpflichtungen haben, will mich in den zug setzen und raus! fahren in das haus, in dem ich aufwuchs, wo meine mutter noch wohnt, wo meine oma starb.
dort ist vergangenheit
ist zukunft
ist:
immer gegenwart.
kein rennen, nur ankommen, da fällt jeder lärm ab. die stille ängstigt mich nicht, ist mir heimlich vertraut, wie die geräusche, die das haus macht, wenn draußen ein zug vorbei rollt.
und ich lächle, denn ich sitze nicht drin!
und ich merke:
ich werde langsam
wieder zu der
die ich bin.
dann besuche ich meine schwester im herzen im mutterglück und sehe leanders engelslächeln und es gibt mir meinen glauben ein kleines stück zurück, dass alles schon irgendwie richtig ist.
gedanken werden still, wir reden nicht viel, es gibt nichts zu sagen, neben diesem gefühl:
dass es irgendwo noch ein stück vom garten eden gibt, das dir heimat ist.
als ich nach hause fahre, zurück ins leben, bin ich schwer vor müdigkeit und weiß:
ich kann wieder schlafen.
ohne gedanken an nichts oder keinen.
und es ist schön, im einschlafen zu flüstern:
ich liebe dich ...
à la wondratschek:
"ohne irgendetwas oder irgendwen zu meinen".
manchmal kann ich nicht schlafen.
wenn gedanken rotieren, laut wie kreissägen, und zweifel und ängste an mir nagen, zerfetzt zu werden zwischen einer vergangenheit, die nicht loslassen kann, und einer zukunft, die noch nicht beginnen will.
manchmal dann steh ich hier, auf der mitte der brücke zwischen kopf und herz geschlagen, will bungee jumpen, aber finde kein seil stark genug, die schwere zu tragen, also stehe ich und bleibe stehn, denn man sagt, auf der mitte einer brücke können wunder geschehn.
manchmal dann will ich auf die knie fallen und beten, aber ich weiß nicht zu welchem gott ich beten soll.
das ist wie wahltags, wenn du nicht weißt, wem du das kreuz geben sollst...
wer könnte es mit würde tragen?
und wenn du den gang zur urne dann gehst, hast du immer das gefühl, dass du die demokratie irgendwie doch zu grabe trägst.
und manchmal da ist jeder schritt in jede richtung so schwer, weil alles, was dich umtreibt, die frage ist:
was, wenn du am ende dieses tunnels ankommst ---
und da gibt es kein licht?
manchmal kann ich einfach nicht schlafen.
dann will ich alles stehen und liegen lassen, keine mails checken, das telefon ausmachen, mich, wenn es an der tür klingelt, totstellen, keinen termindruck, keine verpflichtungen haben, will mich in den zug setzen und raus! fahren in das haus, in dem ich aufwuchs, wo meine mutter noch wohnt, wo meine oma starb.
dort ist vergangenheit
ist zukunft
ist:
immer gegenwart.
kein rennen, nur ankommen, da fällt jeder lärm ab. die stille ängstigt mich nicht, ist mir heimlich vertraut, wie die geräusche, die das haus macht, wenn draußen ein zug vorbei rollt.
und ich lächle, denn ich sitze nicht drin!
und ich merke:
ich werde langsam
wieder zu der
die ich bin.
dann besuche ich meine schwester im herzen im mutterglück und sehe leanders engelslächeln und es gibt mir meinen glauben ein kleines stück zurück, dass alles schon irgendwie richtig ist.
gedanken werden still, wir reden nicht viel, es gibt nichts zu sagen, neben diesem gefühl:
dass es irgendwo noch ein stück vom garten eden gibt, das dir heimat ist.
als ich nach hause fahre, zurück ins leben, bin ich schwer vor müdigkeit und weiß:
ich kann wieder schlafen.
ohne gedanken an nichts oder keinen.
und es ist schön, im einschlafen zu flüstern:
ich liebe dich ...
à la wondratschek:
"ohne irgendetwas oder irgendwen zu meinen".
Mittwoch, 3. Juni 2009
highlander und... „elke schneider“!
(nachtrag vom 31.5.3009)
samstag früh um sechs, als der wecker klingelt, damit ich es pünktlich zum nachmittäglichen slam nach siegen schaffe, merke ich: die reise-, vielleicht auch slammüdigkeit, macht mir zu wirklich zu schaffen.
bea fragt, warum ich auch so viel unterwegs bin. gute frage. leichte antwort: weil ich all die slams zu der zeit zusagte, als ich voller elan war und unterwegs sein musste und spaß am reisen hatte und an den texten, weil sie neu waren... und slams außerhalb sagt man auch nicht so schnell ab, wie mal einen slam in berlin.
wie letzte woche.
wegen ohrentzündung.
was gut war!
weil der ex, den man einfach immer noch nicht wiedersehen will, weil es einen noch müder macht, wieder mal überraschend auf der bühne aufkreuzte, wo man selbst stehen sollte. aber wie im letzten september, wo ich mir das auge halb auskratzte, damit ich ihn nicht sehen musste, weiß mein körper mich von desaströsen begegnungen fernzuhalten, wenn es nicht unbedingt sein muss...
so also samstag früh gegen sieben sich aufmachen richtung siegen... mit umsteigen in hagen:
nachdem unser ICE 10 minuten verspätung hat und unser RE-anschluss wie beinahe (pauline füg hat am nächsten morgen zum glück mehr glück) jeder RE-anschluss bei selbst einminütiger verspätung nicht wartet, müssen wir dies eben tun. frank klötgen, der ab eben hier mein wunderbarer reisebegleiter ist und mit dem man unbeschwert über so ziemlich alles, nicht nur slam reden kann, und ich vertreiben uns die zeit beim bäcker mit kaffee/tee und käsebrötchen.
siegen. sommer. super! berlin hatte in der letzten nacht mit herbstwind und heute morgen mit ebenfalls herbstlichem himmel frohlockt, die dicke jacke anzuziehen. und einen pulli unter dem t-shirt. ziehe mich bei mc donalds um, weil wir eh noch auf jemanden warten, bevor wir mit dem shuttle dann weiter zum festival in lützenow oder lützow gefahren werden. chritian ritter joins us, gutgelaunt wie immer.
festival backstage: es ist ein kleines familientreffen und man freut sich, jedes der gesichter wiederzusehen. sulaiman, flo, anke fuchs, sushi, großraumdichten, stefan dörsing, andi weber, lars ruppel... die liste ist lang und gut. und einmal mehr ist der wettbewerb nebensache. auch wenn es ärgerlich ist, dass beim auftritt dann plötzlich der soundcheck im zelt nebenan so laut ist, dass man selbst und auch das publikum total abgelenkt ist. oder dass der moderator so ziemlich jeden poeten aufregt, weil er seinen job nicht gut macht.
überraschter (nicht überraschender) sieger nach einem 5-er finale dann: christian ritter. mit einer herrlichen geschichte über franzosen. dicht gefolgt (mit nur einem halben dezibel unterschied) von andy strauß, der uns dann noch als zuerst liebeslied-schmetternde, dann heavy metal-brüllende ananas auf der bühne, nun ja, sagen wir: beglückt. er selbst hat mit seinen musikern sichtlich spaß. das publikum ist da geteilter meinung. aber das soll kunst ja auch irgendwie tun: das publikum spalten.
dieser auftritt an sich wäre eigentlich schon highlight genug. aber das eigentliche event des abends steht noch bevor, und wenn ich ehrlich bin, war das auch ein grund bei der andauernden ausgebranntheit, den slam, obwohl es ein highlander ist und bei aller liebe zum veranstalter, den ich wirklich mag, nicht kurzfristig abzusagen:
helge schneider. live. und umsonst.
finden einen platz vor der bühne auf dem boden und genießen die show.
zugegeben: so wie bei andy strauß, bei dem ich mich immer frage, ob ich seine show grandios genial oder einfach grandios seltsam finden soll, bin ich noch nie ganz sicher gewesen, was ich von helge halte. fan seiner jazzkünste bin ich schon lange und einen riesenrespekt hege ich für seine virtuosität auf 9 (oder mehr?) instrumenten, sein film mit den außerirdischen jazzern gefiel mit bei aller absurdität auch...
aber bei zuviel klamauk wird es mir eben, wie beim slam auch, zu bunt.
da ich müde und hungrig bin, weil wir auf das essen warten, dass es erst um halb elf gibt, lache ich weniger, wenn der magen knurrt, wird man selbst ja auch knurriger, und beobachte dafür sehr genau.
und stelle fest, was für mich an diesem abend das genie dieses allround-künstlers ausmacht:
er gibt dem publikum zuerst genau das, was es haben will: das zirkuspferd in der manege. oder eben den clown, der sich zum hampelmann macht und über den das publikum lauthals lachen kann.
aber das setzt er grad so portioniert und auf den punkt, die pointe genau ein, dass er danach sofort den ball zurück ins publikum wirft, sich aus der rolle des hampelmanns in den klugen kopf verwandelt, der es einfach besser weiß, der die hampelmänner außerhalb dieser manege entlarvt, zb in der quizshow bei herrn jauch, worüber das publikum natürlich wieder lacht, lachen ist ja gesund, lachen über andere ist anscheinend noch viel gesünder. und dann noch eins draufsetzt, bei einem song plötzlich in einen 3/4-takt wechselt, den das publikum, weil es so im klatschen ist, weiter mitklatschen will, aber den wechsel verrafft...
und also plötzlich ist das publikum selber der idiot, über den man die ganze zeit lacht. aber das geschieht so subtil, dass es das gar nicht merkt.
muss es vielleicht auch nicht. helge, in frankreich „elke“ genannt (wegen des verstummten h, wie er erklärt), gibt ihm zucker und macht sich als meckernde ziege wieder zum zirkuspferd und gibt dem publikum wieder, was es will, um dann zu machen, was er will: zum abschluss zwei grandiose jazzstücke hinzulegen, wie man es nur zu später angetrunkener stunde im quasimodo hört.
fazit also: genial!
halb elf dann herrlich leckeres catering inklusive dessert, shuttle zum hotel, welches mitten im wald liegt – luft, die man als berliner kaum noch kennt!
durchatmen...
heute früh dann um acht uhr shuttle zum bahnhof, weil frank und ich uns einig sind, dass ein sonntag nachmittag zu hause die müdigkeit wert ist... wohl auch ein verpasstes frühstück, weil bis halb zehn am sonntag in siegen am bahnhof kein bäcker aufmacht. frühstück gibt es erst 3 stunden später in kassel.
dafür hat mami zu hause schon ente gemacht... ich muss nur noch die kloßmasse von lidl am ostbahnhof mitbringen.
heute abend dann filme mit mom und katze schauen. morgen endlich ausschlafen, endlich wieder zum sport und auch endlich mal aufräumen!
ich freu mich!
---

pauline füg und frank klötgen mit chauffeuse in morgendlicher waldluft vor shuttle...
samstag früh um sechs, als der wecker klingelt, damit ich es pünktlich zum nachmittäglichen slam nach siegen schaffe, merke ich: die reise-, vielleicht auch slammüdigkeit, macht mir zu wirklich zu schaffen.
bea fragt, warum ich auch so viel unterwegs bin. gute frage. leichte antwort: weil ich all die slams zu der zeit zusagte, als ich voller elan war und unterwegs sein musste und spaß am reisen hatte und an den texten, weil sie neu waren... und slams außerhalb sagt man auch nicht so schnell ab, wie mal einen slam in berlin.
wie letzte woche.
wegen ohrentzündung.
was gut war!
weil der ex, den man einfach immer noch nicht wiedersehen will, weil es einen noch müder macht, wieder mal überraschend auf der bühne aufkreuzte, wo man selbst stehen sollte. aber wie im letzten september, wo ich mir das auge halb auskratzte, damit ich ihn nicht sehen musste, weiß mein körper mich von desaströsen begegnungen fernzuhalten, wenn es nicht unbedingt sein muss...
so also samstag früh gegen sieben sich aufmachen richtung siegen... mit umsteigen in hagen:
nachdem unser ICE 10 minuten verspätung hat und unser RE-anschluss wie beinahe (pauline füg hat am nächsten morgen zum glück mehr glück) jeder RE-anschluss bei selbst einminütiger verspätung nicht wartet, müssen wir dies eben tun. frank klötgen, der ab eben hier mein wunderbarer reisebegleiter ist und mit dem man unbeschwert über so ziemlich alles, nicht nur slam reden kann, und ich vertreiben uns die zeit beim bäcker mit kaffee/tee und käsebrötchen.
siegen. sommer. super! berlin hatte in der letzten nacht mit herbstwind und heute morgen mit ebenfalls herbstlichem himmel frohlockt, die dicke jacke anzuziehen. und einen pulli unter dem t-shirt. ziehe mich bei mc donalds um, weil wir eh noch auf jemanden warten, bevor wir mit dem shuttle dann weiter zum festival in lützenow oder lützow gefahren werden. chritian ritter joins us, gutgelaunt wie immer.
festival backstage: es ist ein kleines familientreffen und man freut sich, jedes der gesichter wiederzusehen. sulaiman, flo, anke fuchs, sushi, großraumdichten, stefan dörsing, andi weber, lars ruppel... die liste ist lang und gut. und einmal mehr ist der wettbewerb nebensache. auch wenn es ärgerlich ist, dass beim auftritt dann plötzlich der soundcheck im zelt nebenan so laut ist, dass man selbst und auch das publikum total abgelenkt ist. oder dass der moderator so ziemlich jeden poeten aufregt, weil er seinen job nicht gut macht.
überraschter (nicht überraschender) sieger nach einem 5-er finale dann: christian ritter. mit einer herrlichen geschichte über franzosen. dicht gefolgt (mit nur einem halben dezibel unterschied) von andy strauß, der uns dann noch als zuerst liebeslied-schmetternde, dann heavy metal-brüllende ananas auf der bühne, nun ja, sagen wir: beglückt. er selbst hat mit seinen musikern sichtlich spaß. das publikum ist da geteilter meinung. aber das soll kunst ja auch irgendwie tun: das publikum spalten.
dieser auftritt an sich wäre eigentlich schon highlight genug. aber das eigentliche event des abends steht noch bevor, und wenn ich ehrlich bin, war das auch ein grund bei der andauernden ausgebranntheit, den slam, obwohl es ein highlander ist und bei aller liebe zum veranstalter, den ich wirklich mag, nicht kurzfristig abzusagen:
helge schneider. live. und umsonst.
finden einen platz vor der bühne auf dem boden und genießen die show.
zugegeben: so wie bei andy strauß, bei dem ich mich immer frage, ob ich seine show grandios genial oder einfach grandios seltsam finden soll, bin ich noch nie ganz sicher gewesen, was ich von helge halte. fan seiner jazzkünste bin ich schon lange und einen riesenrespekt hege ich für seine virtuosität auf 9 (oder mehr?) instrumenten, sein film mit den außerirdischen jazzern gefiel mit bei aller absurdität auch...
aber bei zuviel klamauk wird es mir eben, wie beim slam auch, zu bunt.
da ich müde und hungrig bin, weil wir auf das essen warten, dass es erst um halb elf gibt, lache ich weniger, wenn der magen knurrt, wird man selbst ja auch knurriger, und beobachte dafür sehr genau.
und stelle fest, was für mich an diesem abend das genie dieses allround-künstlers ausmacht:
er gibt dem publikum zuerst genau das, was es haben will: das zirkuspferd in der manege. oder eben den clown, der sich zum hampelmann macht und über den das publikum lauthals lachen kann.
aber das setzt er grad so portioniert und auf den punkt, die pointe genau ein, dass er danach sofort den ball zurück ins publikum wirft, sich aus der rolle des hampelmanns in den klugen kopf verwandelt, der es einfach besser weiß, der die hampelmänner außerhalb dieser manege entlarvt, zb in der quizshow bei herrn jauch, worüber das publikum natürlich wieder lacht, lachen ist ja gesund, lachen über andere ist anscheinend noch viel gesünder. und dann noch eins draufsetzt, bei einem song plötzlich in einen 3/4-takt wechselt, den das publikum, weil es so im klatschen ist, weiter mitklatschen will, aber den wechsel verrafft...
und also plötzlich ist das publikum selber der idiot, über den man die ganze zeit lacht. aber das geschieht so subtil, dass es das gar nicht merkt.
muss es vielleicht auch nicht. helge, in frankreich „elke“ genannt (wegen des verstummten h, wie er erklärt), gibt ihm zucker und macht sich als meckernde ziege wieder zum zirkuspferd und gibt dem publikum wieder, was es will, um dann zu machen, was er will: zum abschluss zwei grandiose jazzstücke hinzulegen, wie man es nur zu später angetrunkener stunde im quasimodo hört.
fazit also: genial!
halb elf dann herrlich leckeres catering inklusive dessert, shuttle zum hotel, welches mitten im wald liegt – luft, die man als berliner kaum noch kennt!
durchatmen...
heute früh dann um acht uhr shuttle zum bahnhof, weil frank und ich uns einig sind, dass ein sonntag nachmittag zu hause die müdigkeit wert ist... wohl auch ein verpasstes frühstück, weil bis halb zehn am sonntag in siegen am bahnhof kein bäcker aufmacht. frühstück gibt es erst 3 stunden später in kassel.
dafür hat mami zu hause schon ente gemacht... ich muss nur noch die kloßmasse von lidl am ostbahnhof mitbringen.
heute abend dann filme mit mom und katze schauen. morgen endlich ausschlafen, endlich wieder zum sport und auch endlich mal aufräumen!
ich freu mich!
---
pauline füg und frank klötgen mit chauffeuse in morgendlicher waldluft vor shuttle...
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